| Warnung:
Diese Seite ist nur für sehr an Bildverarbeitung interessierte
Leser gedacht. Kunden müssen das nicht lesen! Schicken Sie uns
Ihr Bild und wir erledigen den Rest. Das
beschriebene Verfahren ist deutlich komplexer als die
Anpassungen im RGB-Modus über die Tonkurve bzw. das Histogramm und nach unseren
neueren Beobachtungen
nur im Ausnahme-Fall sinnvoll, z.B. wenn eine stärkere Aufsättigung geplant
ist. Lesen Sie daher
bitte zunächst hier über die RGB-Verfahren! |
Als Druckpapier für diesen Versuch dient uns ein 90g
Rollenpapier matt mit einem recht kleinen Farbraum, aber sonst insgesamt guten
Druckeigenschaften. Gedruckt wird mit Epson 9000 ohne RIP mit Pigmenttinte von
EPI.

Wir haben mit PrintOpen 3.1 ein
ICM-Profil erstellt. Ausgedruckt wird
mit Corel Photopaint 10, das über keine
Tiefenkompensation bei Profilverwendung verfügt. Bild durch Klick vergrößern
Das Foto ist ein Motiv von Arthur A. Keller und wurde mit dem Filter
Pointillismus nachbearbeitet.
Wenn Sie das beschriebene Vorgehen
bei Ihren eigenen Bildern anwenden: speichern Sie unbedingt eine Kopie des
Bildes vorher ab und lassen diese unangetastet!!

Das vom Dia gescannte und bearbeitete Bild liegt im Original in
ECI-RGB vor, diese Kopie fürs Web ist in sRGB.
Zone 1: RGB in den dunklen Ecken oben 7,5,6, ebenso in
Ring 2. In 1 kritische Übergangszonen zu den Stämmen.
3: RGB 231,181,80 und in 4 (Stammbereich) RGB 250, 234, 148.

Mit eingeschalteter Gamutwarnung (hellblau markiert) für
obiges Papier ergibt sich, daß fast das gesamte Bild außerhalb des druckbaren
Bereichs liegt! Das ist fatal!
Es ist in jedem Fall mit Farbverfälschungen im ganzen Bild zu rechnen!

Nur Bildschirm-Korrektur ECI= NTSC Ga 1.8, 5000 K als
Arbeitsfarbraum gegen
Trinitron Ga 1.8 5000 K als Anzeigefarbraum eingeschaltet. So sollte das Bild aussehen.

Mit Simulation des Druckers und Rendering Intent "Perceptiv"
= fotografisch (in Corel 9+10 falsch mit Farbmetrik bezeichnet) ergibt sich
diese Darstellung. Die Stämme (4) und auch links werden erheblich heller, 1 und 2 noch am
Bildschirm mit minimaler Zeichnung. Sättigung sinkt deutlich.

Druckersimulation "relative Farbmetrik". Auffällig
ist das Farbmeßfeld am rechten oberen Bildrand, eingestellt auf LAB. Hier sieht
man einen basalen dicken schwarzen Bereich unterhalb der Meßmarke. Diese Zone
entspricht allen Farben außerhalb des Farbraums (L-Achse = Luminanz,
Helligkeit).
Diese Zone ist der Bereich in der LAB-Farbraum-Darstellung
s.o., der zwischen der X-Achse (Horizontale) und dem Beginn der Farb-Zipfel
liegt, also die Zone des grauen Rechtecks.

Was tun? Ein Kontrollausdruck ergibt, daß mit
perceptiv ein zwar brauchbares Bild aufs Papier kommt, aber auch deutlich entsättigt und
die Übergangszone in 1 ziemlich abgesoffen.
Hinweis: Graustufen-Bilder bitte gesondert behandeln, siehe unten!
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Phase 1: Als erstes wird die Datei in LAB gewandelt -
Helligkeitskompression: |
Dadurch kann die
Helligkeit getrennt von den Farben bearbeitet werden. In Corel Photopaint 10 kann man dann unter Bild bearbeiten, "Kontrastverbesserung" obiges Menü aufrufen.
Dort stellt man im Ausgaberegler für den Helligkeitskanal die Tiefen von 0 (=
schwarz) auf 40, bzw. den aus dem Profil entnommenen tiefsten druckbaren L-Wert,
beser ca. 3 Einheiten L darüber. Bei eingeschalteter Gamutwarnung würde diese im Bereich der
Tiefen (aber nur dort!) verschwinden, siehe unteres Bild, wo das bereits
durchgeführt wurde.
Alle Hell-Dunkelwerte im Bild werden gestaucht. Jetzt sind die Werte auf der L-Achse
an den kleinen Papierfarbraum angepaßt! Es liegt keine einzige Farbe des Bildes
mehr unterhalb von L=40!
Wichtig: Sollte das Bild kein Schwarz oder vergleichbar dunkle Farben
enthalten (siehe Histogramm), kann die Helligkeitskompression gfs. auch geringer ausfallen oder
ganz entfallen!
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Phase 2: Gamma-Reduktion |
Durch die Reduktion des Gamma-Wertes auf ca. 0,8 - 0,95 können die
Nachteile der Helligkeitskompression etwas aufgehoben werden. Dieses kann gleich
mit Phase 1 zusammen erledigt werden und erfordert etwas Erfahrung.
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Phase 3: Reduktion der Sättigung: |
Diese ist fakultativ. Es geht um die Anpassung der Farbwerte
in den a-b-Achsen des LAB-Systems. Wenn das Bild sehr gesättigt erscheint, die
Sättigung steigt nämlich deutlich durch die Helligkeitskompression und um den
Farbraum bereits etwas zu verkleinern, kann gfs. die Sättigung reduziert
werden. Evtl. kann
man dieses auch dem Profil überlassen, je nach Farbrechner. Es hängt sehr vom Bild ab und von der
Größe des Farbraumes, je kleiner, umso mehr kann bzw. muss reduziert werden.
Man kann dieses auch für bestimmte Farben stärker durchführen als für alle
anderen (z.B. nur im Blau oder nur im Rot).
Die Stärke der Reduktion der Sättigung entscheidet
gfs.
über den Abstand der Farben, die außerhalb des Farbraumes liegen. Da sie aber
auf alle Farben des Bildes wirkt, es sei denn, man reduziert nur bestimmte
Anteile, ist hier Vorsicht angesagt, damit nicht ein zu stark entsättigtes Bild
die bisherigen Mühen umsonst macht.
Auch hier kann man die Gamutwarnung heranziehen,
sollte es aber nicht übertreiben!
Es sollten zumindest die wichtigsten Teile nicht mehr markiert sein, im kleinen
rechten Vorschau-Fenster zu sehen. In diesem Fall wurde -20 gewählt.

Druckersimulation "Relative Farbmetrik" mit
eingeschalteter Gamutwarnung. Im rechten oberen Fenster die Farbvorschau, alle
Farbwerte unter L=40 würden absaufen.
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Phase 4: Das ICM-Profil kommt ins Spiel: |
Bei Ausgabe des Bildes auf den Drucker unter Verwendung des
passenden ICM-Profils für Drucker und Medium erledigt jetzt das Profil die
bisher noch fehlende Anpassung der Farbwerte in der a-b-Achse des
LAB-Farbsystems. Wir erinnern uns, daß wir in Phase 1 die Kompression der
Helligkeiten, also die Werte auf der L-Achse bereits manuell angepaßt haben an
das Papier.
Zum Verständnis muß man anfügen, daß auch bei RGB-Bildern
LAB als Profil-Verrechnungsfarbraum herangezogen wird!
Über Phase 3 (s.o.) können wir gfs. etwas Einfluß nehmen
auf bestimmte Farben. Man kann aber auch alles dem Profil überlassen.
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Resultat: |
Der tatsächliche Druck (unten) fiel so aus, wie in dieser
Vorschau zu sehen. Insgesamt auch auf Papier mit kleinem Farbraum ein
ausgewogenes Ergebnis. Wenn man keinen direkten Vergleich zu Drucken mit größerem
Farbraum hat, fällt der kleine Farbraum gar nicht so auf.
RGB-Werte in 1 und 2: 77, 76, 76; in 3: 232, 195, 109, in 4:
245, 238, 175
Beachten Sie bitte unbedingt, daß diese Dateien nur mit
dem Rendering Intent "Relative Farbmetrik" (oder absolute Farbmetrik
bei Proof), keinesfalls aber mit
"perceptiv" gedruckt werden dürfen, da andernfalls erneut die
Schatten aufgehellt würden, was bei derartig bearbeiteten Bildern fatal wäre!


Dieses (untere) Bild ist eine Simulation, wie der Druck auf
euromedia-Glossy-Papier (Pigmenttinte) ausfallen würde. Der Brillanzumfang ist
deutlich höher, wie zu erwarten. Hier wurde aber auch korrigiert, in der
L-Achse Tiefen von 0 auf 20 und Sättigung im RGB-Modus auf -15. Die
Gamutwarnung ist bis auf einige winzige Flecken nach Bearbeitung negativ.
Bild unten: Selbst beim Glossy-Papier mit dem recht großen Farbraum
waren vor Bearbeitung noch ca. 1/3 des Bildes außerhalb des druckbaren
Farbraumes (hellblau markiert).

Der Farbraum des Glossy-Papiers:
Bild durch Klick vergrößern

Gefahren und Nachteile der "manuellen
Tiefenkompensierung" über LAB:
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Bei Verläufen und Hauttönen
besteht die
große Gefahr von Farbabrissen!
Vorsicht daher bei Himmeln, anderen Verläufen und Aktbildern/Portraits. Auch bei Bildern, die
fast monochromatische Variationen einer Farbe weit außerhalb des Farbraumes
enthalten, ist sehr große Vorsicht angesagt. Die RGB-Methode ist
diesbezüglich nicht so anfällig! |
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Beim LAB-Verfahren kann es notwendig sein, in den
Schatten den Gelbanteil zu erhöhen, da es sonst zu einem deutlichen
Blaustich kommen kann. Bitte darauf achten! |
Weitere Infos zum
farbrichtigen Arbeiten |
ICM-Profile
©
Kunsthaus Schwanheide,
Stand
30.11.08
Alle genannten Warenzeichen und Schutzmarken sind Eigentum der
jeweiligen Inhaber
Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr!
Haben Sie
Anregungen oder Kritik, freuen wir uns von Ihnen zu hören.
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