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Problem: Einsatz der ICC-Profile in Windows

Vorbemerkungen zum ICC-Profil-Einsatz:

Ein ICC-Farbprofil auch ICM-Profil genannt, beschreibt das Wiedergabe-Verhalten eines Ausgabe-Gerätes in farblicher Hinsicht und ermöglicht dadurch eine farbgenaue Ausgabe. Die Dateien haben die Endung *.ICC oder *.ICM.

ICC-Profile (Farbprofile) können sowohl in einzelnen Anwendungen bei der Druckausgabe aktiviert werden, die dies unterstützen, z.B. die Corel Grafik Suite  oder Adobe Photoshop, Adobe Creative Suite oder Adobe Acrobat Professional ab Version 6.0. Dieser Fall ist der unkomplizierte. Ausgabe aus einer farbmanagementfähigen Anwendung mittels Farbprofil auf den Drucker, das Ausgabe-Gerät. Beim Drucker werden dabei alle Anpassungen deaktiviert (keine Farbabstimmung).

Bei Verwendung eines professionellen RIP-Systems (Raster-Image-Prozessor) empfiehlt sich zumeist, das RIP selbsttätig diese Farbmanagement-Aufgabe erledigen zu lassen und Druckjobs farbrichtig aufzubereiten inklusive Simulation anderer Farbräume. RIPs können oft (nicht immer) sowohl RGB als auch CMYK-Daten annehmen und weiter verarbeiten.

ICC-Profile (ICM-Profile) können auch in Windows (ab 98) dem Drucker zugewiesen werden. Mit der Druckerzuweisung und Aktivierung des Schalters "ICM" im Druckertreiber stehen die Profile allen Anwendungen gleichermaßen zur Verfügung.

Details zum Profil-Einsatz

Es ist zu beachten, daß das Windows-ICM-System 2.0 davon ausgeht, daß die zu druckenden Dateien in sRGB (=Standard-RGB) vorliegen. Das Windows ICM-System verwendet vermutlich einen perceptiven = fotografischen Rendering Intent, zumindest für Fotos. Möglicherweise werden Grafikelemente anders behandelt, das könnte evtl. auch von Programm zu Programm unterschiedlich sein. (Details zum Rendering Intent siehe)

Je nach Vorgaben des Druckertreibers kann ein Drucker vollkommen anders ausdrucken! 

Erstellung von eigenen Farbprofilen

Wenn Sie Ihren Drucker profilieren möchten, können wir das für Sie erledigen. Sie erhalten eine Testdatei, die Sie bitte ausdrucken.

Normale Tintendrucker für den Heimgebrauch werden zumeist in RGB angesteuert, verlangen also die RGB-Testform und ein RGB-Farbprofil. Einige Postscript-Drucker oder auch RIPs erlauben beide Daten als Eingabe, verlangen aber zumeist ein CMYK-Ausgabe-Profil, d.h. Sie müßten die CMYK-Testform ausdrucken.

Wenn Sie z.B. aus der Corel Grafik Suite oder Adobe Photoshop oder Adobe Acrobat Professional 6.0 die RGB-Testform ausdrucken, stellen Sie bitte den normalerweise verwendeten Farbraum ein, konvertieren das Bild nicht beim Öffnen und drucken dieses für einen in RGB angesteuerten Drucker in RGB aus ohne irgendein Druckprofil, Ausgabe "wie Quelle". Druckertreiber eingestellt möglichst auf "keine Farbabstimmung" oder einen Zustand, der sich eindeutig wiederherstellen läßt. Keine automatischen Bildverbesserungen einschalten!

Nur wenn der Drucker in CMYK angesteuert wird, sollte die CMYK Testform ausgedruckt werden.

Wichtig bei Photoshop 7 und CS für den Ausdruck der Testform:  in der Druckvorschau aktivieren "weitere Optionen", dort wo in der Abbildung "Farbmanagement" auftaucht, gibt es einen Menüpunkt "Druck wie Quelle". Diesen auswählen, damit Sie ohne aktives Profil aus Photoshop die Testform ausgeben können!

Abbildung1 (unten)

Treiber Epson: Keine Farbabstimmung, Gamma 2.2 (entsprechend dem Gamma von sRGB). Dieses Profil mit dem großen Farbraum funktionierte aber nur aus Corel, wenn wieder dieselbe Abstimmung genutzt wurde. Ein Einsatz wie oben beschrieben unter Windows mit Schalter "ICM" führte zu vollkommen zu hellen Ausdrucken.

Dies galt auch für den Fall, daß im Treiber für den Ausdruck der Testform "Keine Farbabstimmung" und Gamma 1,5 oder 1.8 ausgewählt wurden.

Abbildung 1Abbildung 2

Abbildung 3 unten
Farbraum von sRGB bei Epson Aculaser 8500, relativ ähnlich zu 2. Es entspricht der Farbraum aus Abb. 2 eben dem vermutlich unter Windows ICM standardmäßig eingesetzten fotografischen Rendering Intent.

Abbildung 3

Die Konsequenz aus den obigen Abbildungen ist die: möchte man das Profil auch unter Windows ICM nutzen, ist es von immenser Bedeutung, herauszufinden, wie der Druckertreiber mit welchen Einstellungen unter dem Schalter "Windows-ICM-System" sich verhält, da andernfalls die erstellten Profile vollkommen ungültig wären! Das ist Ihre Aufgabe, wenn wir Ihren Drucker profilieren, wir können Ihnen dabei helfen, haften aber nicht für diesbezüglich falsch erstellte Profile. Es kann auch durchaus sein, daß wir zumindest beim ersten Mal mehr als ein Profil vermessen müssen, die wir Ihnen leider berechnen, um dieses Verhalten und damit den Farbraum zu testen.

Dazu sind gfs. diverse Probedrucke der Testform anzufertigen, alle Einstellungen akribisch zu notieren. Geübte können bereits an den Testformen sehen, wie der Farbraum etwa aussieht. Schauen Sie sich obige Farbräume und die Meßfelder näher an.

Im Zweifel ist es auch sehr von Vorteil, zunächst dem Drucker das vom Hersteller mitgelieferte Standardprofil zuzuweisen und damit zu testen, um einen Eindruck zu erhalten, wie dieses druckt. Dazu sind auch Ausdrucke von Fotos aus Programmen aus dem Office-Bereich sinnvoll, die über kein Farbmanagement verfügen.

Wer ein Profil bestellt, sollte zunächst seinen Drucker und Treiber sehr genau kennen lernen!

Für Colorsync auf dem Mac werden wahrscheinlich ähnliche Dinge gelten.

ICC-Profile sind prinzipiell für MAC und PC gleichermaßen zu verwenden, evtl-. muß die Endung von *.ICC in *.ICM geändert werden.

Bei Verwendung von Profilen aus Corel Draw (10) kann es dazu kommen, daß je nach eingestelltem Kodak- oder Microsoft-Farbrechner und Rendering Intent die Profile in der Bildschirm-Druckersimulation und/oder im Ausdruck ein durchaus unterschiedliches Verhalten zeigen.

Sie sollten den Kodak Farbrechner verwenden. 

Bei Verwendung eines RIPs ist dem Profil zumeist eine Vorlinearisierungsdatei zugeordnet, bei der vorab ein bestimmter Zustand des Druckes hergestellt werden kann (Dichtemessungen). An diesen Dichten kann nachreguliert werden, so daß bei Geräteschwankungen nicht ständig nachprofiliert werden muß. Die Profilierung eines RIPs kann die Zwischenschaltung eines modifizierten Sollprofils (mit leicht reduzierten Dichtewerten) erfordern für den Ausdruck der CMYK-Testform.

Doppelseitiger Druck

Sollten Sie oft doppelseitig drucken wollen, teilen Sie uns das bitte mit, man müßte das beim Vermessen der Testform durch eine schwarze Unterlage (black-backing = bb) berücksichtigen. Standard beim Vermessen ist bei uns eine helle Unterlage ohne optische Aufheller (= substrat-backing, sb)

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Stand 30.11.08
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Haben Sie Anregungen oder Kritik, freuen wir uns von Ihnen zu hören.