Historie - das Gebäude hat eine Vergangenheit
Geschichten von drüben - von Petra
Burghardt
Grenzbahnhof Büchen
Aus der DDR kamen die Weißen Riesen
„Wir Eisenbahner“, sagt Paul Heling, „wir
rechnen anders.“ Und dann erklärt er, warum es auf dem
Bahnhof Büchen - jahrzehntelang als „Grenzbahnhof“ Symbol
für die Teilung in Ost und West – Gleisnummern wie 41 und
140 gibt, aber keine 140 Gleise. Die Haupt-, Neben-,
Rangier- und Gütergleise trugen ursprünglich je nach ihrer
Lage zum Bahnhofsgebäude neben der fortlaufenden Nummer den
Zusatz „östlich“ oder „westlich“. Um Verwechslungen zu
vermeiden, bekamen die westlichen Ziffern später eine Null
angehängt. Und dort, wo ein Signal ein Gleis in zwei
Abschnitte teilt, arbeiten die Büchener nicht wie
beispielsweise die Hamburger bei ihrem Hauptbahnhof mit
Gleis a und Gleis b, sondern stellen einem der beiden
Abschnitte eine 1 voran. Für die Fahrgäste heißt das heute:
Auf Gleis 1 fahren Züge nach Rostock, Berlin, Budapest und
Prag; auf Gleis 4 geht es nach Hamburg; auf Gleis 41 halten
die Züge nach Lübeck, auf Gleis 40 und 140 die nach
Lüneburg.
3500 Fahrgäste reisen
heute täglich von Büchen in alle Himmelsrichtungen. Das war
Jahrzehnte hindurch nicht möglich: östlich vom Grenzbahnhof
Büchen begann die Deutsche Demokratische Republik (DDR) –
mit Todesstreifen und Selbstschussanlagen. 1)
Paul Heling, Jahrgang
1935, hatte nur einen Berufswunsch: Eisenbahner wie Vater
und Großvater. Aber die Nachkriegszeit ließ das nicht zu.
Büchen war mehrfach von den Alliierten bombardiert worden,
der Bahnhof und viele Gebäude lagen in Schutt und Asche.
Ausgebomte Hamburger und Flüchtlinge aus dem Osten hatten
die Einwohnerzahl Büchens mehr als verdoppelt. Die
Wohnungsnot führte zu drangvoller Enge, laut Statistik
standen pro Person gerade fünf Quadratmeter Wohnraum zur
Verfügung. Also lernte Paul Heling ab 1953 Maurer; denn „die
sogenannten Nebenerwerbsstellen mit Haus, Huhn, Schwein und
etwas Landwirtschaft zur Selbstversorgung hatten
Hochkonjunktur.“ Schienenverkehr und Bahnhof sind im Hause
Heling dennoch Hauptthema. Helings Vater ist seit 1947
Fahrdienstleiter im Bahnhof Büchen und erlebt die langsame
Normalisierung des Zugverkehrs. 1947 beginnt der
„Interzonengüterverkehr“, 1949 der Personenverkehr in
Richtung Berlin. Mit der Einweihung der kombinierten
Eisenbahn- und Straßenbrücke über die Elbe in Lauenburg 1951
ist die Schienenverbindung Richtung Süden hergestellt. Das
stolze Ergebnis beschreibt Paul Heling in seiner Chronik „Büchen
und die Eisenbahn“ so: „Auf der Fahrt von Rom nach
Kopenhagen via Großenbrode-Kai durchfuhr der
‚Italien-Skandinavien-Express‘ in beiden Richtungen den
Bahnhof Büchen.“
Zwischen 1955 und 1959
kommen 247 000 Spätaussiedler aus Ost- und Westpreußen,
Pommern sowie Schlesien über den Grenzbahnhof Büchen in die
Bundesrepublik. Bevor sie ins Aufnahmelager Friedland
weiterfahren, werden sie von den beiden Kirchen mit
Pastoren, Posaunenbläsern, Obst und Kirchenzeitungen
begrüßt. Als die DDR 1956 alle Bahnhofsmissionen verbietet
und 13 evangelische Leiterinnen wegen angeblicher Spionage
verhaftet, richtet Büchen im April 1957 eine „richtige
Bahnhofsmission“ ein. Die Initiatorin und Leiterin der
evangelischen Mission ist die Ostpreußin Friedegard Belusa.
38 Jahre später, als die Bahnhofsmission Büchen mit einem
ökumenischen Gottesdienst schließt, hält sie den Festvortrag
2)
und erzählt von den zeitbedingt
unterschiedlichen Aufgaben der Mission. Nach den Aussiedlern
kamen binnen drei Jahrzehnten 3 200 Transporte mit 50 000
Berliner Kindern, die von Caritas, Diakonie und Senat zur
Erholung an die Nord- und Ostsee geschickt wurden. Ab 1960
machte die Bahnhofsmission rund um die Uhr Dienst, um die
Ost-Eisenbahner zu betreuen, die „von drüben für kürzere
oder längere Zeit oder auch im Schichtdienst bei uns auf dem
Bahnhof“ waren; denn „an unserem Grenzübergang wurden die
Loks und das Personal in Büchen gewechselt“. Und weiter
heißt es bei Friedegard Belusa: „Wir konnten 25 Jahre lang
die Eisenbahner aus der DDR verpflegen und ihnen viele
Wünsche erfüllen, von Bekleidung, Medikamenten,
Einwegspritzen und Artikeln für die Zuckerkranken,
Diesellok-Lehrbüchern bis zu Klobecken und Zement.
Allerdings war ich drüben eine unerwünschte Person.“
In einer
Grenzbahnhofsmission, so Friedegard Belusa, „ warteten die
Menschen selten eine kurze Zeit, oft einen halben oder
ganzen Tag, manchmal tagelang, und nirgends war in den
fünfziger bis siebziger Jahren die Zusammensetzung der
Hilfesuchenden so bunt. Neben dem gutsituierten Reisenden
der Umsiedler, der Rücksiedler, der Nichtseßhafte, der
Flüchtling und der Abgeschobene – der Wanderer zwischen den
Grenzen.“ Die Abgeschobenen bildeten ein besonderes Problem.
Sie waren aus den unterschiedlichsten Gründen von der
Bundesrepublik in die DDR gewechselt, mussten in Schwanheide
den Zug verlassen, kamen in ein Lager in Pritzier, und – 80
Prozent wurden nach wochenlangen Verhören wieder
zurückgeschickt. Manchmal hockten 40 bis 50 Abgeschobene in
der Bahnhofsmission und erwarteten Hilfe. Die
Missionsleiterin durfte alleinstehenden Männern nur vier DM
Zehrgeld geben. Also vermittelte sie die Männer an die
Bauern in den umliegenden Dörfer, die immer Arbeitskräfte
brauchten. Friedegard Belusa: „Wir waren in der Zeit so eine
Art Nebenstelle des Arbeitsamtes. 5 500 Menschen verhalfen
wir so zu einem neuen Anfang.“
Paul Heling kommt in
diesen Jahren seinem Traumberuf Eisenbahner näher. Nach der
Maurerlehre hat er in Lübeck Hochbau studiert. 1973 ist er
als Ingenieur hochwillkommen beim Bau von Europas größtem
Rangierbahnhof in Hamburg-Maschen. Er stellt
Leistungs-verzeichnisse auf und berechnet den Bedarf an
Beton und anderen Materialien für die Stellwerke. „Eine
tolle Arbeit“, schwärmt er noch heute. Als Maschen 1977 in
Betrieb geht, kümmert sich der Ingenieur aus Büchen um die
Wertermittlung von Grundstücken und Häusern, die von der
Bundesbahn verkauft werden sollen. Heling: “Dabei ging es
beispielsweise um überflüssige Streckenwärterhäuschen, an
denen seit 40, 50 Jahren nichts repariert worden war und in
deren Keller das Wasser einen halben Meter hoch stand.“
Außerdem betreut Heling – es ist die Zeit des Kalten Krieges
und der atomaren Bedrohung – den Bau von Bunkern unter den
sogenannten Stellwerken, den Arbeitsplätzen der
Fahrdienstleiter auf den Bahnhöfen. Und natürlich hat er in
seiner Heimatstadt Büchen Kontakt zu den Kollegen aus der
DDR. „Die Eisenbahner aus Schwanheide brachten uns manchmal
Bickbeeren und Pilze, dafür schmuggelten sie aus Büchener
Abbruchhäusern Scharniere für Fenster und Türen in die DDR.“
Unvergessen bleiben ihm die vielen offenen Kohlezüge aus der
DDR – oben weiß statt schwarz.
„Das war Schlämmkreide,
mit der wir lose Schüttgüter wie Kohle und Düngemittel
genässt haben“, erklärt der ostdeutsche Eisenbahner Norbert
Weise aus dem brandenburgischen Perleberg. „Deshalb hießen
unsere Güterzüge auch die Weißen Riesen. Wir transportierten
Rekordlasten von bis zu 2 700 Tonnen pro Zug. Üblich sind 1
500 bis 1 700 Tonnen.“
Norbert Weise, 1952 in
Neustadt/Dosse geboren, war Fahrdienstleiter bei der
Deutschen Reichsbahn in Schwerin, als er im Frühjahr 1982
vom Reichsbahnamt Wittenberge wegen Personalmangel für den
DDR-Grenzbahnhof Schwanheide angefordert wurde. Wusste er
vorher von Grenzbefestigungen und Sperrgebiet? „Na klar! Wir
sahen doch West-Fernsehen.“ Seit 2001 berichtet Weise im
Internet 3) über diese Zeit
deutsch-deutscher Geschichte. Er beginnt mit dem Satz: „Ich
hätte nie gedacht, dass ich mal über Schwanheide schreiben
darf oder dass ich jemals den Bahnhof Büchen vor dem
Erreichen des Rentenalters selber betreten darf.“ Nach
mehrwöchiger Überprüfung durch die ‚Sicherheitsorgane‘ der
DDR bekam er am 14. April 1982 den Passierschein für
Schwanheide mit der „Befähigung zur selbständigen
Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Fahrdienstleiters“
auf Posten Stellwerk B 2. „Der Grenzbahnhof“, erzählt Weise,
„war bis auf die Öffnungen an den Streckengleisen eingezäunt
und nachts taghell erleuchtet. Von zwei rund um die Uhr von
Grenztruppen besetzten Postenbrücken konnten die Wege
zwischen den Gleisen zusätzlich mit Strahlern ausgeleuchtet
werden.“ Hier sollte kein Republikflüchtling durchkommen.
Neben einem Zollamt wie an jeder Staatsgrenze kam in
Schwanheide außer den Grenztruppen noch die
Passkontrolleinheit hinzu. Norbert Weise: „Dieser Ableger
der Stasi hatte das eigentliche Sagen in Schwanheide. Das
waren unangenehme, überhebliche Zeitgenossen, ohne deren
Zustimmung kein Zug nach Büchen fuhr.“
Und auch
die sogenannte Betriebsführung in Schwanheide unterschied
sich von der auf „normalen“ Bahnhöfen:
o So
wurden beispielsweise alle Zugmeldungen an den
Fahrdienstleiter in Büchen – sie dauerten etwa 30 Sekunden –
auf Tonband aufgenommen – die Speicherkapazität lag bei vier
Stunden – und periodisch von der Stasi auf staatsfeindliche
Gespräche oder Absprachen über Fluchtmöglichkeiten abgehört.
o Mehrere
Schutzweichen sollten eine Republikflucht auf Rädern
verhindern, jeder nicht freigegebene Zug wäre im
Schotterbett gelandet.
o Hunde liefen nach dem
Signal „Zug frei zur Kontrolle“ unter dem Zug entlang, um
mögliche Flüchtlinge zu verbellen.
o
Reisezüge aus Büchen musste Norbert Weise als
Fahrdienstleiter mit der Lautsprecheransage empfangen: „Sehr
geehrte Reisende! Wir begrüßen Sie in der Deutschen
Demokratischen Republik und wünschen einen angenehmen
Aufenthalt!“
Eisenbahner sind sich der Bedeutung ihres Berufsstands sehr
bewusst, egal ob im Westen oder im Osten. „Wir waren
staatstragend!“ sagt Norbert Weise. „Denn 80 Prozent des
gesamten Güterverkehrs in der DDR liefen über die Schiene.“
Umso beklemmender verfolgt er die Auflösungserscheinungen
seines Staates. Als auch in Perleberg gegen die
Parteiführung demonstriert wird, „habe ich im Stillen
gehofft, die DDR bleibt!“ Der Tag der Grenzöffnung macht ihm
Angst. „Und dann ging alles viel zu schnell, unsere
Wirtschaft brach zusammen, und ich erlebte, wie Wessis
unsere Leute betrogen – als Autoverkäufer und
Versicherungsvertreter.“
Als die Deutsche
Reichsbahn und die Deutsche Bundesbahn 1994 zur Deutschen
Bahn fusionieren und teilweise privatisiert werden, bekommt
Norbert Weise eine „Identitätskrise. Das war nicht mehr
‚meine‘ Reichsbahn, bei der ich so gern und glücklich
gearbeitet habe.“ Er hält die Privatisierung für
„unprofessionell und dilettantisch“, seine neuen
Vorgesetzten für unzumutbar. Auf der Suche nach einer neuen
beruflichen Identität verkauft der gelernte Facharbeiter für
Eisenbahn- und Verkehrsdienste, Stellwerkmeister,
Fahrdienstleiter und Diplom-Ingenieur für Verkehrswesen erst
einmal Versicherungen, gibt an der Volkshochschule
Computer-Kurse, arbeitet für ein Meinungsforschungsinstitut.
2001 geht er für die Deutsche Bahn nach Berlin und 2004 „mit
52 Jahren!“ als Pendler in den Westen – zur privaten
Osthannoverschen Eisenbahn nach Celle. „Im Westen“, stellt
er fest, „wird unsere gute DDR-Ausbildung zunehmend
geschätzt“ und schiebt noch einen schlagenden
internationalen Beweis hinterher: „Warum haben denn die
Finnen bei der PISA 4) -Studie so gut
abgeschnitten? Weil sie unser DDR-Schulsystem übernommen
haben!“ Und auch an der hoch gelobten Meinungsfreiheit im
Westen entdeckt Norbert Weise Makel: “Ich könnte zwar
ungestraft sagen, Angela Merkel ist doof. Bei uns hätte mich
der Satz ‚Erich Honecker ist doof‘ ins Gefängnis gebracht.
Andererseits konnten wir in der DDR unqualifizierte
Betriebsleiter relativ schnell los werden, während im Westen
bei Kritik an Vorgesetzten die eigene Entlassung droht.“
Mit dem
Computer, den er sich 1990 kaufte, und seiner Schwäche für
den „imperialistischen Aggressor“ Napolen hat sich Norbert
Weise nach der Wende buchstäblich die Welt erobert. Seit
seiner Schulzeit beschäftigt er sich mit dem Korsen, der
„ohne Vorteile durch die Geburt, nur durch eigene Leistung
und mit viel Intelligenz fast ganz Europa besiegte.“ Erst
die Grenzöffnung machte es dem Eisenbahner möglich,
napoleonische Schlachtfelder und Denkmäler im Westen zu
besuchen. Auf seiner Napoleon-Seite im Internet hat er
zwischen 2003 und 2009 fast 700 000 „Klicks“ registriert,
der weiteste kam aus Australien. Und mit einem
Diplomingenieur aus Venezuela hat er Napoleons Schlachten am
Computer nachgespielt. „Das geht wie Fern-Schach. Aber wir
können dabei die Geschichte umschreiben“, sagt Norbert
Weise. „Mit Strategie und Taktik kann ich aus Napoleons
Niederlage bei Waterloo einen Sieg machen.“ Aber das dauert.
Selbst wenn beide Partner dem „Gegner“ täglich ihre
Truppenbewegungen mailen, kann sich die Schlacht bei
Waterloo über mehr als zwei Jahre hinziehen.
Natürlich
hat auch der Büchener Eisenbahner Paul Heling sein Hobby:
eine elektrische Eisenbahn. „Aber keine, die nur im Kreis
herumfährt. Der Reiz liegt im Rangieren!“ Also bewegt sich
seine Anlage über drei Etagen, simuliert ein Dreiländereck
wie Deutschland/Österreich/ Schweiz und ist immer noch nicht
fertig. Und zur Zeit hat Paul Heling sowieso keine Zeit für
seine private Eisenbahn, obwohl er 1998 in Pension ging. Er
schreibt an der Chronik „Büchen und die Eisenbahn“ von 1846
bis 2004. Zwölf Bände! Aber elf sind schon fertig.
Anmerkungen:
1)
Ein paar Kilometer östlich von Büchen – am Großen Grenzknick
zwischen Bröthen im Westen und Leisterförde im Osten –
erschossen Männer einer Einsatzkompanie des Ministeriums für
Staatssicherheit in der Nacht zum 1. Mai 1976 den
32-jährigen Michael Gartenschläger bei dem Versuch, die
dritte Selbstschussanlage „SM-70“an der DDR-Grenze
abzubauen. Gartenschläger wuchs in der DDR auf und gehörte
zu einer Gruppe von Rock’n Roll-Fans. Weil sie zwei Tage
nach dem Bau der Berliner Mauer Parolen wie „Macht das Tor
auf“ und „Freie Wahlen“ auf Häuserwände geschrieben hatten,
wurden die jungen Leute in einem Schauprozess zu
langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der 17-jährige
Gartenschläger bekam sogar lebenslänglich. Nachdem er zehn
Jahre abgesessen hatte, kaufte ihn die Bundesrepublik frei.
In Hamburg baute sich Gartenschläger als Tankstellenpächter
ein neues Leben auf und holte als nicht kommerzieller
Fluchthelfer 31 Freunde und Bekannte aus der DDR – meist in
Autos versteckt, die er selber fuhr. Anfang der 70er Jahre
ließ SED-Chef Erich Honecker an den innerdeutschen
Grenzzäunen die international geächteten Splitterminen SM-70
installieren, die Flüchtlinge mit Hunderten von Strahlkugeln
zerfetzen konnten. Honecker hatte die Existenz dieser
Tötungsapparate stets bestritten. Um ihn öffentlich der Lüge
zu überführen, demontierte Michael Gartenschläger am 30.
März 1976 am Großen Grenzknick bei Büchen die erste SM-70.
Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ machte aus diesem Beweis
für Honeckers Lüge eine Titelgeschichte. Am 23. April 1976
baute Gartenschläger an derselben Stelle die zweite
Selbstschussanlage ab, eine Woche später wollte er die
dritte demontieren. Da aber wartete bereits eine von
Stasi-Chef Erich Mielke eingesetzte Spezialtruppe. Auszug
aus dem Stasi-Protokoll: „Bevor er die Tat ausführen konnte,
wurde Gartenschläger durch Sicherungskräfte der DDR
liquidiert.“ 1999, also 23 Jahre später, standen drei der
damaligen Schützen wegen
versuchten Mordes vor dem
Schweriner Landgericht. Sie wurden freigesprochen.
An Michael
Gartenschläger erinnern bei Bröthen ein
Gedenkstein und ein Kreuz.
Jedes
Jahr an seinem Todestag - 30. April 1976 - kommen Gäste der
Staatspolitischen Gesellschaft Hamburg und des Vereins der
Opfer des Stalinismus VOS nach Büchen und besuchen die
Gedenkstätte mit Kreuz und Stein bei Bröthen. In diesem Jahr
fand die Gedenkfeier am 1. Mai statt und endete im Kino von
Boizenburg mit einer Lesung von Freya Klier aus ihrem neuen
Buch "Michael Gartenschläger - Kampf gegen Mauer und
Stacheldraht". Die rund 30 Teilnehmer standen für gut 100
Jahre Stasi-Knast!
2)
Der Festvortrag ist unter dem Titel „Geschichte der
Bahnhofsmission Büchen“ abgedruckt im Buch „Land und Leute
einst und heute“, 1997 herausgegeben vom Kirchenvorstand
Büchen-Pötrau. Friedegard Belusa starb 1996, ein Jahr nach
Schließung der Büchener Bahnhofsmission.
3) Die
Internet-Adresse von Norbert Weise lautet
http://www.norbert-weise.de
4)
In der sogenannten
PISA-Studie
werden international seit 2000 alle drei Jahre
Schülerleistungen in Naturwissenschaften, Mathematik und
Lesen verglichen. Finnland schneidet unter mehr als 50
Ländern jeweils am besten ab, Deutschland liegt unter dem
Durchschnitt. Beim nationalen Vergleich der 16 Bundesländer
war 2006 Sachsen der Spitzenreiter.
Mit freundlicher
Genehmigung der Autorin Petra Burghardt
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